Race Around Austria 2020 - #weWEREracing

16.08.2020

Winner Extreme RAA 2020: Nicole Reist und Christoph Strasser

Acht Tage lang wurde der oberösterreichische Ort St. Georgen im Attergau abermals zum Zentrum der nationalen und auch internationalen Ultracyclingszene. Zum zwölften Mal wurde Österreich nonstop an der Staatsgrenze mit dem Rad umrundet, zum neunten Mal in Folge im Salzkammergut ausgetragen – eine Tradition, deren Aufrechterhaltung im heurigen Jahr zunächst mit Ungewissheit verbunden war.

Stark besetztes Starterfeld und absoluter Teilnehmerrekord

Seit dem Ausbruch der Pandemie wurde mit dem Race Around Austria die erste mehrtägige Radsportveranstaltung abgehalten. Ein Umstand, den die Veranstaltung zu seinen Gunsten nutzen konnte: absoluter Teilnehmerrekord, ein Ultra-Starterfeld und Elite-Besetzung charakterisierten das Mehrtagesevent. Zahlreiche Profisportler und auch Amateure haben es sich nicht nehmen lassen, bei der diesjährigen Austragung dabei zu sein. Für viele war es nicht nur Saisonauftakt, sondern zugleich auch Saisonhöhepunkt. Nicht unbeteiligt an dieser starken Besetzung waren der Vorjahressieger Rainer Steinberger, der amtierende Weltrekordhalter Ralph Diseviscourt, 6-facher RAAM-Gewinner Christoph Strasser, sowie Robert Müller, welcher 2017 unter anderem die Bergwertung der Oberösterreich-Rundfahrt gewann.

Als Alternative zu den wenigen Radrennen, die heuer in Österreich stattfinden, haben sich auch Continental-Teams für das Rennen genannt. Johannes Schinnagel, Daniel Geismayr, Felix Meo und Jack Burke bilden das Quartett vom Team Vorarlberg Santic, die sich mit der Teilnahme am 4er-Bewerb auf der Ultralangdistanz in komplettes Neuland begeben. „Eigentlich bin ich gespannt, wieviel uns die guten Amateurteams abnehmen. Unser Können liegt eigentlich ganz woanders und wie wir wissen, ist das RAA nicht nur reines Radfahren, sondern es steckt enorm viel Organisation und Taktik dahinter. Ehrlich gesagt sind wir darauf erst während der Vorbereitung gekommen“, so der Teammanager Thomas Kofler.

Kurzfristig hat auch noch das Team Felbermayr Simplon Wels die Teilnahme an der CHALLENGE verkündet. Das Team schickt die beiden Klassikerspezialisten Stephan Rabitsch und Manuel Bosch auf die 560 Kilometer lange Distanz. Besonderer Anreiz zur Teilnahme stellte heuer wohl die Vergabe der Österreichischen Meisterschaft im Ultrabewerb dar.

CHALLENGE UNSUPPORTED als erfolgreiche Renninnovation

Zum ersten Mal in der Race Around Austria Geschichte war es möglich, die 560 Kilometer lange CHALLENGE unsupported, das heißt ohne Support-Car, ohne Betreuer und auf sich alleine gestellt, zu absolvieren. Von dieser Option haben gleich bei der ersten Austragung nicht weniger als 34 Athleten Gebrauch gemacht und die Oberösterreich-Strecke ohne Team-Unterstützung in Angriff genommen. Lediglich acht der 34 Teilnehmer mussten ihr Rennen vorzeitig beenden. Die erste Richtmarke bei diesem neuen Format setzte der Innviertler Sebastian Michetschläger mit einer Zeit von 17 Stunden und 59 Minuten. Den zweiten und dritten Platz belegten die Deutschen Florian Schütte und Jochen Böhringer. Bei der Damenwertung legte Andrea Rösch mit 20 Stunden und 26 Minuten vor, gefolgt von Tabea Ruegge  und Anja Weilguni.

Österreicher dominieren auf der CHALLENGE

Bei der siebten Ausgabe der Race Around Austria CHALLENGE umrundete der Atterseer Felix Hermanutz sein Heimatbundesland in 16 Stunden und 18 Minuten am schnellsten. Den zweiten Platz sicherte sich der Extrem-Mountainbiker Wolfgang Krenn, gefolgt von Daniel Biehler. In der Damenwertung dominierte Anna Kofler. Die Grazerin setzte sich mit 19 Stunden und 36 Minuten gegen die Konkurrenz eindrucksvoll durch. Tanja Spielberger belegte den zweiten Platz, Rang drei ging an Anke Heinicke.

Nicht nur den Teamsieg, sondern auch das Österreichische Meistertrikot erkämpfte sich das Team Kapl Bau auf der 560 Kilometer langen Distanz. Das Mühlviertler-Zweiergespann, bestehend aus Michael Kampelmüller und Rene Pammer, benötigte 14 Stunden und 14 Minuten für die Umrundung und stellte damit auch eine neue Bestzeit auf. Um den Vizemeistertitel duellierte sich das Team Felbermayr Simplon Wels mit Team BIKEDOC um Manuel Geyer und Daniel Lehner beinahe die gesamte Strecke. Schlussendlich holten sich die Welser Profis mit einem knappen Rückstand von 30 Minuten die Silbermedaille in diesem 24-Stunden Rennen der etwas anderen Art. Den dritten Podestplatz bei der Teamwertung der CHALLENGE belegten Christoph Mitterbauer und Simon Kislinger, die gemeinsam team alpha – tischlerei grömmer bildeten.

Erstmals gemeinsam gingen Anna Bachmann und Barbara Mayer als Team togetHERstrong bei der Challenge an den Start und machten ihren Teamnamen alle Ehre. Sie umrundeten Oberösterreich in 17 Stunden und 13 Minuten und sicherten sich damit den Österreichischen Meistertitel im 2er-Bewerb. Der Vizemeistertitel ging an die Wienerinnen Anna Svozil und Sabrina Kuhrn, die als Rasende Wellensittiche das Abenteuer bestritten.

Bei der Fever-Tree BUSINESS CHALLENGE setzte sich das Team BistroBox Racing, bestehend aus Georg Leutgeb und Alexander Lemp durch (15 Stunden 49 Minuten). Auf den Rängen Zwei und Drei folgten ihnen das Fever – Tree / Weinturm (Julian Rittberger und Thomas Windhager) und Rosenbauer International AG (Florian Katzlberger und Michael Pusch).

Strasser unterbietet eigenen Rekord

Auf der Extreme Distanz entwickelte sich gleich von Beginn an ein Duell der Favoriten. Nach wenigen Stunden Renndauer konnte Strasser das Tempo konstant steigern und setzte sich an die Spitze. Die Führung gab er bis zum Ziel nicht mehr ab, obwohl der ehemalige deutsche Profi Robert Müller lange auf Tuchfühlung mit Strasser war. Während Vorjahressieger Rainer Steinberger das Rennen nach ca. 1.900 Kilometer frühzeitig beenden musste, fuhr Strasser nicht nur einen ungefährdeten Sieg ein, sondern verbesserte gleichzeitig seine eigene Bestmarke des Rennens. Mit 3 Tagen, 11 Stunden und 26 Minuten war er um 75 Minuten schneller als im Jahr 2016 und triumphierte zum vierten Mal auf der Ultradistanz des Race Around Austria. Robert Müller und der Luxemburger Ralph Diseviscourt sicherten sich den zweiten bzw. dritten Platz.

Als einzige Starterin auf der Langstrecke holte sich Nicole Reist den Sieg und kehrte nach 4 Tagen 10 Stunden und 18 Minuten nach St. Georgen i.A zurück. Mit dieser Top-Leistung zieht die Schweizerin mit Strasser gleich und schreibt ebenso als Vierfach-Gewinnerin Race Around Austria Geschichte.

Die Teamwertung im 2er- bzw. 4er-Team geht ins Inn- bzw. Mühlviertel. Die Teams CLR Sauwald Cofain 699 mit Amadeus Cosimo Lobe und Markus Eichinger, sowie das Team Sareno/ElektroReindl gewinnen die Mannschaftswertungen rund um Österreich. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Teams Vorarlberg Santic war das Rennen bereits im Burgenland entschieden. Das Team Sareno/ElektroReindl mit Michael Gabriel, Michael Hofer, Christian Oberngruber und Andreas Paster wird in einer Zeit von 2 Tagen 15 Stunden und 33 Minuten Österreichischer Meister im 4er-Bewerb und kann somit das Meisterschaftstrikot mit nach Hause nehmen. Den jeweils zweiten und dritten Podiumsplatz erreichten Team Forchheim und Tantscher bald Tantscher im 2er-Team, bei der 4er-Wertung gingen die Ränge an Bikeregion Bucklige Welt und Infraworld Frankenburg.

2 Tage 15 Stunden und 59 Minuten – In dieser Zeit schaffte es der 3-fache RAA-Gewinner Eduard Fuchs den Sieg beim Race Around Austria 1500 in der achten Ausgabe einzufahren. Bei dieser verkürzten Form wird der Westteil rund um Vorarlberg und Tirol ausgelassen. Auf dieser Distanz erzielten Markus Fiedler und Philipp Reiterits den zweiten und dritten Rang.

Vieles war gleich, aber doch anders

Ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept für Athleten, Betreuer, Zuseher und Veranstalter machte die Durchführung des Sportevents überhaupt möglich. Es wurde präventiv versucht Menschenansammlungen zu vermeiden, das bedeutete unter anderem auch eine Personenbegrenzung am Veranstaltungsgelände. Der spektakuläre Empfang, der üblicherweise durch die Zeltfeste des Attergauer Marktfestes führt, blieb heuer aus. Emotionale Unterstützung und jubelnde Zuschauermengen waren dennoch garantiert - sogar mehr denn je. „Speziell heuer waren zu jeder Stunde, in jedem Ort, auf jedem Berg Leute zu sehen – das war absolut genial!“, so Christoph Strasser zu der einzigartigen Atmosphäre entlang der Race Around Austria Strecke.

Terminaviso 2021: 8. - 15. August 2021

Geplant ist, dass das RAA 2021 wiederum in der 2. Augustwoche stattfindet. Die Anmeldung soll auf der Homepage am 15. Februar öffnen. Notwendig dazu sind allerdings noch Gespräche mit den wichtigsten Partnern und dem Start und Ziel 2021. 

 

ERGEBNISSE: https://race.perfect-tracking.com/race/raa2020/ergebnisse

Newsletter abonnieren