Die Ziele der Solostarter

13.08.2019

Nicole Reist hat ihren dritten Sieg beim Race Around Austria im Blick. Bild: nicolereist.ch

Die ersten neun Fahrer und eine Fahrerin befinden sich schon bei der elften Ausgabe des Race Around Austria auf der 2.200 Kilometer langen Strecke, 30.000 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden. Als einzige Dame im Starterfeld möchte die Schweizerin Nicole Reist nach ihren Siegen 2012 und 2013 den Titelhattrick beim härtesten Radrennen Europas perfekt machen und ihren Siegrekord weiter ausbauen.

Nicole Reist hat ein sehr intensives Jahr hinter sich und möchte dieses mit einer erfolgreichen Teilnahme beim Race Around Austria krönen. Die 35-Jährige sicherte sich heuer schon Siege bei der Ultraradmarathon-WM sowie beim Race Across France Ende Juli. „Das ist meine dritte Herausforderung in diesem Jahr und ich möchte meine Saison nochmals mit einem guten Rennen abschließen“, zeigte sich die Extremsportlerin vor dem Start in St. Georgen im Attergau trotz einer anstrengenden Saison zuversichtlich. „Die Regeneration lief viel besser als erwartet. Ich war schnell wieder auf dem Rad und habe ganz normal trainiert. Mein Motto war, den Körper nach den Anstrengungen auf Betriebstemperatur zu halten und nicht herunterzufahren“, erklärt die routinierte Schweizerin ihren Umgang mit den hohen Belastungen. Die Vorfreude auf ihre insgesamt vierte Teilnahme beim Race Around Austria sei riesengroß: „Österreich ist wunderschön und das Rennen ist für uns Athleten perfekt organisiert, deshalb wollte ich nach meinen beiden Siegen 2012 und 2013 hier wieder an den Start gehen.“  

1500-Sieger greift auf der Extremdistanz an

Als Mitfavorit auf den Sieg bei den Herren geht der Salzburger Franz Scharler ins Rennen. Der 43-Jährige gewann bei der Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr das Race Around Austria 1500, also die "abgekürzte" Umrundung Österreichs ohne Westteil auf der Originalstrecke des Rennens. Der Uttendorfer ist hinsichtlich seines Sieges im vergangenen Jahr guter Dinge, auch heuer bei seiner Premiere auf der Extremdistanz ein erfolgreiches Rennen abliefern zu können: „Ich fühle mich super. Ich habe sehr gute Erinnerungen ans letzte Jahr und ich glaube es ist angerichtet für mich. Es ist mir bewusst, dass ich zu den Sieganwärtern gehöre, aber ich mache mir keinen allzu großen Druck. Ich habe ein sehr großes Ziel und das wäre, wenn vorne ein Dreier steht, also 3 Tage 23 Stunden und 59 Minuten wären schon mega cool.“

„Klein anfangen und dann steigern“

Wie viele Ultraradfahrer hat sich auch Scharler zuerst erfolgreich auf der verkürzten Distanz versucht und damit Erfahrungen und Selbstvertrauen für die vollständige Umrundung Österreichs geholt. „Im vergangenen Jahr war die große Frage, ob ich es überhaupt schaffe, eine so lange Distanz zu fahren. Da es so gut gelaufen ist, habe ich das Gefühl, dass ich es kann. Es ist definitiv ein Vorteil, dass ich die Strecke vom RAA 1500 schon kenne. Allen potenziellen Teilnehmern kann ich darum nur raten, klein anzufangen und sich dann zu steigern.“ 

Mit Schlagobers zum Erfolg

Zusätzlich zu der 2.200 Kilometer langen Strecke und den kräfteraubenden 30.000 Höhenmetern muss der Salzburger Thomas Haas mit einer zusätzlichen Herausforderung kämpfen. Der 54-Jährige aus Abersee ist Diabetiker, was die ohnehin schwierige Kalorienzufuhr bei Ultrarennen noch anspruchsvoller gestaltet. „Mein Glukosewert wird kontinuierlich gemessen, die Werte werden sofort auf mein Handy und auch ins Betreuerauto übertragen. Mein Team kennt also ständig meine Zuckerwerte und so können wir auch zielgerichtet reagieren“, erklärt Haas das Prozedere während des Rennens. Aufgrund der Erkrankung habe er seine Ernährung schon vor drei Jahren umgestellt und isst seitdem ketogen: „Das bedeutet, ich nehme kaum Kohlehydrate zu mir, was sehr gut funktioniert. Während des Rennens ernähre ich mich vorwiegend von Schlagobers. Ich trinke pro Tag etwa zwei Liter, damit bin ich gut versorgt und kann meinen Energiehaushalt aufrechterhalten.“

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