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Race Around Austria im Team: Und so gehts!

Stefan Auer vom Team der Woidviertler hat für interessierte Teams einen Leitfaden zusammengestellt, um die Erstteilnahme und die Organisation etwas zu erleichtern. 

Team: Such dir einen Freund oder 3 Freunde, mit dem/denen du dich gut verstehst, der/die zu dir passen, eventuell Erfahrung in diesem Bereich hat/haben oder einfach gut Rad fahren kann/können und Durchhaltevermögen hat/haben.

Das ganze Team muss begeistert sein von diesem Vorhaben und natürlich bereit sein, die Strapazen und den Schlafentzug auf sich zu nehmen.

Betreuer: 2-4 junge, verlässliche Personen, die genauso begeistert sein müssen, wie die Fahrer selbst. Das Rennen ist für die Betreuer nicht sehr viel anders als für die Radfahrer.
Es geht auch ohne Betreuer, wie uns das RoadBIKE Team bewiesen hat, jedoch ist es viel angenehmer für alle Beteiligten, wenn man Betreuer hat.
Von Vorteil ist, wenn 1 Mechaniker dabei ist – man weiß nie, was passiert. Ein Muss ist das aber nicht, es gibt genug Infrastruktur an der Strecke, wo man etwas reparieren lassen kann.

Material:
1 Rad für jeden Biker, das 100 % in Ordnung ist, Ersatzteile für die Räder (Schläuche, Mantel, Kette, Werkzeug, …)
2 Autos, die auch fahrtüchtig sein müssen (zumindest ein Minivan wäre von Vorteil - das größere Auto jedenfalls NICHT als Pace Car nehmen!)
Verpflegung, Kleidung, Waschutensilien, Schlafsack, …

Vorbereitung: Es ist von Vorteil, wenn sich die Radfahrer bereits im Vorhinein mit der Strecke vertraut machen. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Betreuer darüber informiert werden, was auf sie zu kommt und wie das Rennen in etwa verlaufen wird.

Das Rennen selbst: Es ist mindestens ein Biker auf der Strecke und dahinter das Pace Car. Vor allem in der Nacht darf der Radfahrer nie alleine unterwegs sein. Das zweite Auto kümmert sich um die Verpflegung, die Regeneration der Biker (Schlafstellen, …) und koordiniert mögliche Wechselstellen, natürlich immer in Kontakt mit dem Pace Car.
Wir waren 4 Radfahrer und 4 Betreuer, aufgeteilt auf 2 Teams (jeweils 2 Biker und 2 Betreuer) und haben so ca. nach 4 Stunden das gesamte Team  gewechselt (Die jeweils zwei Betreuer sowie die zwei Radfahrer wechselten vom Pace Car ins zweite Auto und umgekehrt, quasi ein „Schichtwechsel“).
Die Länge des Einsatzes das ist jedoch jedem selbst überlassen (Kondition, Selbsteinschätzung, Strecke, …)
Der Glockner ist nicht der einzige Berg in Österreich, daher ist es wichtig, sich die Kraft  gut einzuteilen.

Der Sinn dieser „Zweierschicht“ ist, dass man kurze und lange Ruhezeiten kombiniert. Vier Stunden hatte man in der langen Pause zum regenerieren und Schlafen (man konnte vorfahren, stehenbleiben und auf das Pace Car warten, einkaufen etc…) und in den zweiten vier Stunden musste man davon zwei Stunden radfahren. Sollte etwas passieren, kann schnell auf den zweiten Radfahrer im Pace Car zurückgegriffen werden, um keine Zeit zu verlieren.

Wechseln: Am Tag darf der Radfahrer auch ohne Begleitung auf der Stecke sein, daher fuhr das Pace Car kurz vor Ablauf der geplanten Fahrzeit ein Stück vor und suchte einen geeigneten Platz zum Wechseln (immer darauf achten, dass der Fahrer über den weiteren Streckenverlauf Bescheid weiß!). An der Wechselstelle bereitet sich der andere Biker vor, um den Wechsel möglichst schnell abzuwickeln.

In der Nacht ist es am besten, für das Wechseln stehen zu bleiben. Wir suchten uns einen beleuchteten Wechselplatz, inzwischen bereitete sich der Radfahrer im Auto auf den Wechsel vor (Kleidung, Trinkflasche, Essen, …). Der Biker und das Pace Car hielten an, die Betreuermannschaft wechselt die Räder, alles einpacken und weiter geht’s.

Zum Teamwechsel trafen sich beide Autos bei einer geeigneten Stelle, um die Besatzung des Autos zu wechseln. Achtung: Auch die Räder müssen gewechselt werden!

Navigation: Man bekommt ein Routebook zur Verfügung gestellt, eigentlich reicht mit ein wenig Ortskenntnis das Kartenmaterial aus. Das Navigieren ist nicht wirklich ein Problem, nach ein paar Stunden hat man das gut im Griff. GPS verwendeten wir keines.

Verpflegung und Sonstiges: Da man doch über 2000 km zurück legt, muss des öfteren getankt werden. Wichtig: Tagsüber tanken!

Essen und Trinken wurde grundsätzlich vom Betreuerauto aus organisiert und beim Besatzungswechsel auf beide Autos aufgeteilt. Im 4er Team ist es kein Problem, sich „normal“ zu ernähren.

Es gibt auf der Strecke vom Organisationsteam Verpflegungsstellen und Waschmöglichkeiten, diese wenn möglich für das gesamte Team nutzen (Teamwechsel am besten dort durchführen, dann können alle duschen!).

Kosten: Mit ca € 500,-- pro Biker (Betreuer werden genug gequält) kommt man gut über die Runden. Das Startgeld fällt nicht ins Gewicht, man bekommt dafür mehr als man eigentlich zahlt (tolle Brille, Verpflegung, Red Bull, Gutscheine,…).

FAZIT: Österreich ist wunderschön, 2009 war echt genial, vom Wetter her perfekt, die Strecke ist abwechslungsreich, es wird nie fad. Im Team ist dieses Rennen für jeden Radfahrer mit etwas Training (1500-2000 Trainingskilometer reichen eigentlich für ein Teammitglied schon) und genügend Motivation auch zu bewältigen.

Und was noch wichtig ist: Gute Organisation, Leute, auf die man sich verlassen kann, eventuell Sponsoren (Kleinvieh macht auch Mist), Freunde an der Strecke, die Mithelfen und Anfeuern.

 

Stefan Auer

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